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Hessen will Zahl der Tagesmütter verdoppeln
Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) will die Zahl der Tagesmütter im Land verdoppeln. Um mehr Paaren Mut zum Leben mit Kindern zu machen, sei auch ein besseres Betreuungsangebot nötig.
Frankreich könnte Hessen ein Vorbild sein, meint die Ministerin, gerade von einem Informationsbesuch aus dem Nachbarland zurückgekehrt. „Wir haben bei Akademikerinnen im entsprechenden Alter einen Anteil Kinderloser von inzwischen fast 40 Prozent. Das ist eine bedrückend hohe Zahl, die erkennbar etwas damit zu tun hat, dass zwischen Kinderwunsch und Kinderwirklichkeit eine Diskrepanz besteht“, sagte Lautenschläger. Bisher gibt es in Hessen 1.320 vom Land geförderte Tagesmütter.
In Frankreich ein anerkannter Beruf
In Frankreich dagegen hat sich die Zahl staatlich anerkannter Tagesmütter in zehn Jahren auf etwa 300.000 verdoppelt. Der Staat fördere die Beschäftigung von Tagesmüttern mit einer Beihilfe für die Eltern und Steuervorteilen, berichtet die Ministerin. Französische Tagesmütter betreuten im Schnitt drei Kinder neun Stunden lang und verdienten damit bis zu 1.500 Euro im Monat. „Das gilt dort nicht als ein bisschen Kinder hüten, sondern ist als richtige Arbeitsstelle anerkannt.“
Kommunen könnten Geld sparen
Eine Betreuung bei der Tagesmutter sei für die Kinder hervorragend, weil es sich um eine individuelle und familienähnliche Lösung handle. Auch für die Kommunen rentiere sich das Modell, weil Baukosten für Kindergärten und Horte entfielen, betonte die Ministerin. Das Land werde deshalb seine Fördermittel für Tagesmütter und deren Vermittlung und Qualifizierung - 2004 rund 1,4 Millionen Euro - trotz der allgemeinen Sparzwänge weiter aufstocken. Bis zum Sommer nächsten Jahres solle außerdem ein neues Landesgesetz in Kraft treten, das Kinderbetreuung bei Tagesmüttern mit Kindergarten- und Krippenplätzen gleichstellt. Dies könne auch ein Signal für die Kommunen sein, mehr Geld in Tagespflegeplätze zu stecken.

